Folter, Gesellschaft, Literatur, Philosophie, Politik, Psychologie

Die Hölle, das sind die anderen

“Die Hölle, das sind die anderen”-An sich klingt dieser Satz schon interessant. Er ist die Kernaussage des Dramas „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean-Paul Sartre und gilt als eines der Kernstücke zum Thema Existenzialismus.
unbenanntdDer Inhalt ist eigentlich kurz erklärt: Drei Menschen- zwei Frauen und ein Mann- kommen nach dem Tod in die Hölle. Jedoch werden sie nicht einfach gefoltert, wie man es kennt, mit physischen Schmerzen, Schreien und dem Gelächter vom Teufel. Sie werden vielmehr alle in ein Zimmer gesperrt-zusammen. Aufgrund ihrer eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen können sie nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Es ist eine Art psychologische Folter, von der sie nicht einmal der Tod erlösen kann, da sie bereits tot sind. So werden sie einander zur Hölle. L’enfer, c’est les autres-Die Hölle, das sind die anderen
Neben den universalen Themen wie Liebe, Sexualität und Anerkennung zeigt das Theaterstück die Schwächen der Abhängigkeit zwischen Menschen. Wie sind reicher, seit wir gelernt haben, Arbeit zu teilen und jeder sich spezialisiert, aber genau dort könnte auch der Untergang der menschlichen Zivilisation liegen. Die Thesen, die mit diesem Drama genannt werden, sind natürlich kontrovers, über die nur jeder Einzelne eine Antwort finden kann.
Interessant ist im Hinblick darauf noch das Ende, das sich Sartre erdacht hat: Nachdem alle drei Eingesperrte ihr Schicksal bewusst geworden ist, lachen sie erst und schließlich heißt es nur noch: Also dann, machen wir weiter.

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